Wir fuhren zur Documenta und fanden die Pest an Bord: Die 12. Weltleistungsschau der Kunst gibt vor lauter bonohafter Betroffenheit der Kunst keine Chance.
Süddeutsche Zeitung vom 03.08.2007 >>ganzer Artikel

Labor für komplexe Malerei.
Wir fuhren zur Documenta und fanden die Pest an Bord: Die 12. Weltleistungsschau der Kunst gibt vor lauter bonohafter Betroffenheit der Kunst keine Chance.
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(Universität GH Paderborn/Ausschreibungstext Blockseminar 17.7. – 21.7.07)
Malerei -die westeuropäische- kann man getrost als eines der ältesten OpenSource*-Projekte betrachten. Der Quellcode eines Gemäldes steht bei Ansicht des Originals jedem Betrachter offen. Zwar bleibt das originale Werk geschützt, ein Kopierschutz jedoch existiert nicht. Jeder kann zu jeder Zeit,selbst über Jahrhunderte hinweg, die Werke anderer Künstler adaptieren. Sogar gänzlich kopieren ist erlaubt, wie die Kopisten der Kunstgeschichte belegen. Einzig die Unterschrift Rembrandt dürfte unter die ‘perfekte’ Rembrandtkopie nicht gesetzt werden.
Eine Kopieranleitung wird es im Seminar zwar nicht geben, wohl aber das Rüstzeug, das malerische Potential der Kunstgeschichte auszulesen. Im Mittelpunkt steht somit die Analyse von Werken alter Meister bis hin zu MalerInnen der Gegenwart und die unmittelbare Nutzung dieser Information für die eigene Arbeit.
Weitere Schwerpunkte der praktisch orientierten bildnerischen Auseinandersetzung im Seminar sind:
Die im Seminar entstehenden Arbeiten werden dabei auch immer wieder in einen kunsthistorischen Bezug gesetzt. Bildvorträge ergänzen diesen Kontext.
*Der Begriff OpenSource kommt ursprünglich aus der Welt der Programmierung und benennt den ungehinderten Zugang zu den Quellcodes einer Software und entsprechend die Entwicklung freier Software. Dieser Begriff wurde inzwischen auch in andere Wissensbereiche übernommen (wie zum Beispiel Wikipedia) und meint die Idee des öffentlichen und freien Zugangs zu Information. Auch der Gedanke lizenzfreier Musik steht in diesem Zusammenhang.
Ein ausgezeichneter Wortbeitrag zu diesem Themenkomplex ist bei J!Cast erschienen. Sehr hörenswert